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Aufführungen

Rezension: KmK-Produktion des Franz-Schubert-Konservatoriums (Wien)

Wie letztens geschrieben, findet dzt. eine Studentenproduktion von "Kiss Me Kate", operiert vom Wiener Franz-Schubert-Konservatorium, statt. Heute ist die letzte Vorstellung im Blauen Theater (das zum Konservatorium gehört), dann wird auch ein bissl in Wien-Umgebung getourt.

Ich war zweimal dort, am 6. und am 14. März. War sehr gespannt, wie die dieses doch recht aufwändige Stück mit ihren bescheidenen Mitteln rüberbringen. Das Ensemble bestand nur aus acht Personen, also waren auch einige Rollen doppelt besetzt. Fazit: Es hat sehr gut funktioniert und es wurden sehr charmante Lösungen gefunden. Die Aufführung kam fast ohne Striche aus, nur "We Sing Of Love" und "Bianca" mussten dran glauben.

Als Hauptdarsteller wurde ein Gast engagiert, ein gewisser Michael Eberle. Er dürfte schon älter gewesen sein als die anderen und war sängerisch und auch darstellerisch deutlich weiter. Er hat einen kraftvollen Bariton mit schöner Höhe und hat den Fred mMn sehr passend angelegt: arrogant, zynisch, dominant, aber nicht brutal oder kühl.

Miriam Humer als Lilli Vanessi hat für meinen Geschmack etwas zu viel Tremolo und wird manchmal schrill in den Höhen. Was mir sehr gut gefallen hat, waren die "wilden" Szenen, die spielte sie mit viel Temperament und Witz. "I Hate Men" war zB echt super dargestellt.

Lois Lane hieß in dieser Produktion aus unerfindlichen Gründen Chiquitta und wurde von Bernadette Mezgolits verkörpert. Sie hat eine tolle Ausstrahlung, sehr sexy, und hat auch komisches Talent, bräuchte aber noch einiges an Gesangsunterricht.

Jürgen Knittl als Bill Calhoun ging ein bissl unter, "Bianca" war ja gestrichen und "Tom, Dick or Harry" wurde von Frauen gesungen.

Peter Beck musste gleich vier Rollen spielen: Ralph, den Garderobier (Paul im Original), Harry/Baptista und Lillis Verlobten, der hier Leo hieß. Als Leo fand ich ihn besonders gut.

Die Gangster waren in dieser Produktion Ganovinnen und wurden von Aisha Eisa und Elsa Schwaiger gespielt. Die zwei haben wirklich eine Begabung fürs Komische und haben für viele Lacher gesorgt. In dieser Inszenierung waren sie von der Mafia geschickt; Eisa sprach mit italienischem Akzent, Schwaiger im tiefsten Wiener Slang, es war echt zum Schießen. Beim Dialog unmittelbar vor "Schlag nach bei Shakespeare" hab ich echt fast Tränen gelacht.

Das Orchester unter der Leitung von Karl Svec, dem Direktor des Konservatoriums, hat sehr gut gespielt. Die Inszenierung von Daniela Egg hat mit vielen netten Einfällen gepunktet. Ich fand zB die Art und Weise, in der Fred Lilli dazu bekommt zu erkennen, dass Leo nicht der richtige Mann für sie ist, sehr gut umgesetzt. Fred sang dazu eine ironische Version von "Wunderbar", das find ich eine gute Idee.

Ich hab nur einen gröberen Kritikpunkt, und der betrifft das Finale, das von der Inszenierung her mMn ein kompletter Verhau war. Ok, wir alle wissen, dass "Kiss Me Kate" kein Meilenstein des Feminismus ist. Aber das Finale braucht auch nicht SO sexistisch daherzukommen! Das hält man doch nicht aus, da zeigt Fred/Petruchio ins Publikum und sagt zu Lilli/Kate: "Du sollst den emanzipierten Frauen sagen, welche Pflicht sie ihrem Mann gegenüber haben" und sie singt diesen unsäglichen Song (bei dem Cole Porter sich nicht entblödet hat, die grausamsten Passagen aus Katharinas devotem Schlussmonolog zu vertonen), schmachtet ihn an: "Ich bin deine Dienerin" - und KEINE IRONIE dabei! Ich bin eine Anhängerin der Werktreue, aber man kann das Finale auch ohne große Abweichungen vom Originaltext retten, indem man einfach den Unterschied zwischen der Shakespeare-Handlung und der eigentlichen Geschichte, nämlich der zwischen Lilli und Fred, hervorhebt. Z.B. in der Broadway-Produktion, die's auf DVD gibt, da steht Fred bei diesem Lied kopfschüttelnd und lachend daneben, als würde er sagen wollen: "Sing den Blödsinn ruhig schnell fertig, Hauptsache, du bist wieder da." Dadurch kriegt auch die Liebesgeschichte zwischen Lilli und Fred ein schönes Happyend, und die ist doch das Wichtigste im ganzen Stück. In der Produktion vom FSK hingegen verschwindet in der letzten Szene die eigentliche Haupthandlung plötzlich quasi komplett zu Gunsten des Shakespeare-Stücks, das nun mal am Schluss extrem misogyn ist. Ehrlich, wie der Typ da selbstgerecht neben ihr steht, während sie von weiblichem Gehorsam etc. singt, man wär am liebsten auf die Bühne gehüpft und hätt ihm links und rechts eine geknallt, obwohl er vermutlich nix dafür kann.
Dieses Finale hat schon einen schalen Nachgeschmack hinterlassen, was schade ist, weil die Inszenierung sonst wirklich seeehr nett ist, trotz einiger kleiner logischer Fehler (etwa, dass Fred in einer Szene die Identität von Lillis Verlobten bereits vor dessen 1. Auftritt kennt, in anderen jedoch noch nicht).

Insgesamt hat mir die Produktion jedenfalls wirklich gut gefallen, sonst wär ich nicht zweimal gegangen. Ein spezieller Dank gilt meiner Milchpumpe, ohne die das nicht möglich gewesen wäre. Sind brav ohne mich zurechtgekommen, mein Gatte und die Kleinen.

Nachtrag vom 28. April: Mittlerweile gibt es Fotos von der Besetzung online, aus Rabenstein, wo auch eine Aufführung stattfand:

Inhaltsangabe mit Fotos

Amtliche Nachrichten der Marktgemeinde Rabenstein, April 2008 (pdf)

15.3.08 08:35


KmK im Blauen Theater in Wien


 

 

Das Franz-Josefs-Konservatorium zeigt im Blauen Theater in Wien "Kiss Me Kate", wird eine Studentenaufführung sein.

Daten dazu:

Kiss Me Kate im Blauen Theater

Termine

Tja, ich werde wohl doch in eine Milchpumpe investieren müssen...

10.2.08 22:25


"Kiss Me, Kate" in Würzburg - wir waren dort!

Am 9. Juni haben wir es tatsächlich geschafft und sind nach Würzburg gefahren, um uns dort Kiss Me, Kate anzusehen! Und es hat sich mehr als gelohnt!

Es musste kurz umdisponiert werden, weil Ingo Klünder, der am Mainfrankentheater so was wie ein Publikumsliebling sein dürfte und sich mit der Rolle des Fred dort verabschiedete, am Tag zuvor erkrankt war. Für ihn sprang kurzfristig Ulrich Kratz ein; der hatte zwar die Nummern drauf, aber die Regie war ja komplett neu für ihn, also war er bei den Dialogen verständlicherweise manchmal etwas hilflos und bisweilen hörte man die Souffleuse lauter als ihn. Am lustigsten war es in der Kampfszene, die hat ja eine besonders hohe choreographische Dichte und sehr viel komplexen Dialog, am Schluss hätte er dann fast vergessen, Lilli zu verhauen. Naja, es war also alles etwas improvisiert, aber die Lieder hat er wirklich sehr schön gesungen.

Ansonsten war echt alles absolut toll. Die DarstellerInnen waren alle super - Barbara Schöller war eine wunderbare Lilli, Sonja Koppelhuber eine tolle Lois (die hier, wie in vielen deutschsprachigen Produktionen, Ann hieß ) und David Fielder stimmlich ein auffallend guter Bill. Hervorzuheben ist auch noch Christine Mittermair als Hattie, deren Rolle zurecht aufgepeppt wurde - sie durfte "From this Moment On" singen, in einer vom Originaltext völlig abgelösten Übersetzung, in der Hattie sich ihrem Wunschtraum von einer Theaterkarriere hingibt.

Auch sonst gab es ein paar kleine Änderungen zum Originalskript, z.B. wurde "Bianca" bereits im 1. Akt gesungen, und zwar als Teil der Shakespeare-Handlung. Das einzige, was ich nicht so gelungen fand, war, dass der 1. Dialog, in dem die Charaktere in ihren Verhältnissen zueinander präsentiert werden, gestrichen bzw. mit einem viel kürzeren ersetzt worden war. Dadurch war man zu schnell in medias res, ohne dass die komplexen Beziehungen zwischen den Figuren eingeführt worden wären. Dafür gefiel mir der Schluss des Stückes wieder sehr gut: Fred sagt, dass Lilli weg ist und das Stück zu Ende. Die Kulissen verschwinden und alle anderen DarstellerInnen verlassen die Bühne, er bleibt alleine zurück. Da kommt Lilli und singt das bekannte "I Am Ashamed" - hier textlich geändert und tw. nur instrumental, so dass die frauenfeindlichsten Stellen gestrichen sind. Dadurch, dass die zwei nun allein auf einer quasi leeren Bühne sind, entsteht ein sehr berührender, intimer Moment. Dann finden sich langsam wieder die anderen ein und es kommt zum fröhlichen Finale.

Auch einige andere Stücke waren besonders gelungen umgesetzt, besonders "Tom, Dick or Harry", was hier mit "Hinz und Kunz" übersetzt war. Die Freier waren zum Schießen und das gesangliche Niveau sehr hoch. Auch "Brush Up Your Shakespeare" hat uns gut gefallen, der eine Gangster wollte immer schon aufhören, doch der andere hatte Blut am Auftreten vor Publikum geleckt und so erklärten sich die vielen Reprisen überzeugend.

Die alte Neumann-Übersetzung ist sehr spritzig, misslungen finde ich nur die Übersetzung von "So In Love". An der Stelle, an der Lilli bzw. Fred im Original "In love with my joy delirious, when I knew that you could care" singen, heißt es hier: "Auch denk ich noch an den schwersten Tag, als du böse von mir gingst" - die positive Erinnerung wird also mit einer negativen ausgetauscht, was jedoch nicht zur Musik an dieser Stelle passt. Da finde ich die Übersetzung in der Synchronisation des Films von 1953 besser, die ist sehr nahe am Originaltext.

Insgesamt war es ein toller Abend, das Orchester und die DarstellerInnen waren großartig und die Regie charmant und witzig.

Mittlerweile gibt es auch endlich eine Kritik online.

 

30.6.07 07:31


"Kiss Me, Kate" in Würzburg

Am Mainfrankentheater in Würzburg wird derzeit Kiss Me, Kate gegeben (siehe auch hier). Im Netz findet sich nur das eine Foto, das am Link zu sehen ist, und keinerlei Kritiken. Ich habe aber in Erfahrung bringen können, dass es eine sehr gute Produktion in konventioneller Regie sein dürfte.

Und wenn jetzt nichts mehr dazwischen kommt, werden wir im Juni hinfahren! Für uns sind Karten reserviert worden und ich habe soeben das Hotel gebucht. Das wäre das erste Mal, dass ich das Stück live sehen könnte - Zeit wird's!!! Nach dem Reinfall mit der Seebühne am Chiemsee, wo ja die Vorstellungen abgesagt wurden, nachdem wir bereits Karten erstanden hatten, traue ich mich gar nicht hoffen, dass es jetzt endlich mal klappen könnte, obwohl momentan alles danach aussieht.

Wobei meine größte Sorge ist, ob unsere zweieinhalbjährige Tochter meiner Mutter in der Nacht das Leben zur Hölle machen wird - sie war noch nie über Nacht von uns getrennt. Aber es ist schon auch wichtig, dass wir endlich mal wieder was als Paar unternehmen - das haben wir seit der Geburt vollkommen vernachlässigt.

Wenn es tatsächlich klappt, werde ich hier natürlich ausführlichst berichten!

1.6.07 20:55


Rainhard Fendrich als Fred/Petrucchio

2006 hat Rainhard Fendrich auf der Luisenburg, einer Freilichtbühne in Wunsiedel/Bayern, in zehn KmK-Vorstellungen den Fred gegeben. Schwer vorstellbar! Aber die Kritiken, die ich gelesen habe, waren gut, und es gibt tonnenweise Fotos im Netz, die sehr viel versprechend aussehen. Für Interessierte hier ein paar Links:

Kiss Me Kate 2006 auf der Luisenburg - Besetzung, Fotos und Kritiken

Bildergalerie mit 134 Bildern

Premiereneindrücke

Noch ein paar Szenenbilder

Wir wollten eigentlich hinfahren, haben uns dann aber aus verschiedenen Gründen doch dagegen entschieden. Ich hab das sehr bereut, als ich dann die Bilder gesehen habe. Um so größer war meine Freude, als es hieß, es würde dieses Jahr auf der Seebühne Chiemsee eine Wiederaufnahme der Produktion mit Fendrich geben. Wir hatten schon Karten gekauft, aber plötzlich wurde alles abgesagt. A komische G'schicht, das Ganze - ich will mich dazu lieber nicht weiter äußern. Schade jedenfalls, ich hätte das wirklich sehr, sehr gerne gesehen.

11.4.07 20:37





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